Der Irrweg Dividenden-Strategie

Schon seit geraumer Zeit werben Fonds, ETFs und auch manche Blogs mit der Dividenden-Strategie. Der Gedanke dahinter: Unternehmen mit einer hohen Dividende wirtschaften gut und bringen langfristig einen höheren Wertzuwachs. Zudem erreiche man durch die Dividenden ein passives Einkommen, das man durch reine Kursgewinne nicht hätte. Leider stimmen diese Annahmen jedoch nicht.

Die Dividenden-Strategie unterliegt dauerhaft

Nehmen wir beispielhaft einen Fonds, der in Deutschland gefühlt dauerhaft beworben wird: Der „DWS Top Dividende“. Auf den ersten Blick sieht die Performance dabei eigentlich recht gut aus. Sowohl über 5 Jahre,…

Rendite-Chart DWS Top Dividend (5 Jahre)
Rendite-Chart DWS Top Dividende (5 Jahre) Bild: Morningstar

…als auch über 10 Jahre…

Rendite-Chart DWS Top Dividend (10 Jahre)
Rendite-Chart DWS Top Dividende (10 Jahre) Bild: Morningstar

… geht es doch relativ kontinuierlich nach oben. Jeweils mit Ausschüttungen in Form von Dividenden dazwischen. Jetzt könnte man jedoch überlegen, den Fond mit einem Wettbewerber zu vergleichen. Und da der Fonds vermutlich besser sein will als der Markt, nehmen wir einen ETF auf den MSCI World High Dividend.

5-Jahres-Vergleich DWS Top Dividend vs. MSCI World High Dividend
5-Jahres-Vergleich DWS Top Dividende vs. MSCI World High Dividend Bild: Morningstar
10-Jahres-Vergleich DWS Top Dividend vs. MSCI World High Dividend
10-Jahres-Vergleich DWS Top Dividende vs. MSCI World High Dividend Bild: Morningstar

Die Kosten-Falle

Ups. Schlechter als der ETF. Und doch noch immer erst die halbe Wahrheit. Dazu kommt nämlich auch noch die ungünstige Kostenstruktur eines klassischen Fonds. Beim Dividenden-Fonds der DWS heißt das: bis zu 5% Ausgabeaufschlag (bei Anbietern wie der DiBa ist er auf 2,5% reduziert), Verwaltungskosten von bis zu 1,25% p.a. und laufende Kosten von 1,45% p.a. Der ETF kostet maximal – jedenfalls habe ich keine höheren Kosten finden können – 0,6% bei einem maximalen Ausgabeaufschlag von 1,5%. Die ausbezahlten Dividenden von im Schnitt 4% machen also meist nicht einmal die Kosten des Fonds wett. Oder liegen sogar noch darunter.

Dazu kommt auch noch, dass für die ausgezahlten Dividenden u.U. noch Steuern anfallen. Der Zinseszins-Effekt kann hier also – wenn überhaupt – nur minimal greifen. Einer der großen Vorteile der langfristigen Geldanlage mittels eines thesaurierenden ETF ist damit passé.

Daher jetzt auch noch der Vergleich mit einem thesaurierenden ETF auf den MSCI World. Kosten hier: maximal 0,45%.

Vergleich DWS, MSCI High Dividend, MSCI World
Vergleich DWS, MSCI High Dividend, MSCI World Bild: Morningstar

Zum Glück schreibt die DWS selbst auf ihrer Webseite zum Fonds: „Auch wenn wir uns auf relative Erträge und Gewichtungen beziehen, ist der allgemeine Markt nicht als Benchmark für den Fonds anzusehen.“ So kann man es sich natürlich auch leicht machen, eine Underperformance schön zu reden. Ich finde den Vergleich hingegen durchaus legitim. Und das Ergebnis ist ziemlich klar.

Wie ist deine Meinung zu Dividenden-Aktien und -Fonds? Lass es mich gerne wissen. Entweder über die Kommentar-Funktion oder gerne auch über das Kontaktformular.

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