Wie man wunderbare Unternehmen findet (Teil 1)

Viele Anleger haben Probleme damit, wunderbare Unternehmen zu finden. Sie wissen nicht, wonach sie Ausschau halten sollen. Eventuell geht es auch dir so. Einige Punkte, auf die man auf jeden Fall achten sollte, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

1. Ehrgeiziges Management

Das Management ist mit das Wichtigste (wenn nicht sogar das Wichtigste) an einem Unternehmen. Erfolg oder Misserfolg hängt direkt von den Entscheidungen der obersten Verantwortungsträger ab. Das Unternehmen kann noch so gut sein. Trifft der Chef falsche Entscheidungen, kann das Unternehmen schnell mittelmäßig werden oder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, weil Konkurrenten vorbei ziehen.

Daher sollte das Management ehrgeizig, visionär und kompetent sein. Zudem sollte der CEO Fehler klar benennen und erklären, wie er diese in Zukunft beheben möchte. Um herauszufinden, wie ernst es das Management meint, helfen Interviews und Aktionärsbriefe. Mithilfe von alten Aussagen kann man abgleichen, wie sehr sie sich mit der jetzigen Situation decken.

Zudem ist es ein starkes Signal, wenn der Manager selbst eine große Anzahl an Aktien besitzt. Und unter Umständen auch sein Gehalt an die Wertentwicklung des Unternehmens gekoppelt ist. Dadurch hängt sein finanzielles Wohlergehen direkt mit dem Erfolg des Unternehmens zusammen. Ebenfalls ist es hilfreich, wenn der CEO noch immer der Gründer des Unternehmens ist. Er kennt sein Unternehmen genau und sieht es sozusagen als sein Lebenswerk an. Solche Unternehmen sind zum Beispiel Facebook, Sixt, Twilio oder Wirecard.

2. Wettbewerbsvorteile/Burggraben

Warren Buffett sucht nach Unternehmen, die einen „Moat“, einen Burggraben, besitzen. Sinnbildlich ist dies ein Graben, der die Burg (das Unternehmen) schützt und der für Konkurrenten nur sehr schwer oder gar nicht zu überwinden ist. Je tiefer der Graben, desto besser. Dies können etwa bestimmte Betriebsgeheimnisse oder eine starke Marke sein. Wenn ich zum Beispiel eine Cola bestelle, möchte ich keine Pepsi bekommen. Oder wenn alle Facebook/WhatsApp/Instagram benutzen, warum sollte ich dann zu einem anderen Dienst wechseln?

3. Finanzielle Stabilität

Um auch Krisen zu überstehen, sollte das Unternehmen profitabel sein, ein gutes Wachstum ausweisen und möglichst ein Finanzpolster oder eine nur geringe Verschuldung besitzen. Unternehmen hingegen mit geringem, stagnierendem, oder gar rückläufigem Wachstum, hoher Verschuldung und niedrigen Kapitalrenditen sollten gemieden werden.

Das gilt auch in der jetzigen Nullzinsphase. Schon jetzt wird von Zombie-Unternehmen geredet, die nur deshalb überleben, weil die Zinsen niedrig sind. In Deutschland etwa einige Autozulieferer. Bei steigende Zinsen oder anderen Umbrüchen der Wirtschaft würden diese Unternehmen vermutlich in die Insolvenz gehen. Finanziell stabile Firmen können Phasen eines rückläufigen Wirtschaftswachstums oder Zinserhöhungen hingegen abfedern. Und danach sogar Marktanteile gewinnen.

4. Wachstumsperspektiven

An der Börse wird Zukunft gehandelt. Daher ist es von Vorteil, die Zukunftsmärkte zu identifizieren und in entsprechende Unternehmen zu investieren. Themen unserer Zeit sind zum Beispiel: Digitale Bezahlvorgänge, Streaming, künstliche Intelligenz, Mobilität, Gesundheit. Auch in meinem Wikifolio setze ich gezielt auf diese Themen. Sicherlich gibt es noch mehr Zukunftsmärkte. Für Anregungen bin ich an dieser Stelle auch sehr offen und würde mich über entsprechendes Feedback freuen.

Häufig sind diese wunderbaren Unternehmen (wie das im rechten Bild) jedoch schon hoch bewertet und manche Anleger setzen dann lieber auf Aktien, die eher günstig wirken. Ein niedriges KGV (wie beim Unternehmen im linken Bild) wirkt auf manche geradezu magisch. Sowohl für die hohe, als auch für die niedrige Bewertung gibt es jedoch meistens gute Gründe. Daher ist es besser, auf ein Unternehmen zu setzt, das noch über Jahre zweistellige Wachstumsraten vorzuweisen hat als auf eines, das optisch günstig wirkt, aber bei dem das Wachstum stagniert.

Manche haben eventuell schon heraus gelesen, worauf ich hinaus will. Es ist die Strategie „Rule #1“ von Phil Town, die er im gleichnamigen Buch beschreibt. Diese werde ich im nächsten Artikel genauer ausführen. Dort erfahrt ihr dann auch, wie man den „fairen“ Wert eines Unternehmens ermitteln kann.

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat (oder auch nicht), dann lass es mich gerne wissen. Du kannst zudem den Newsletter abonnieren, wenn du keinen Beitrag verpassen möchtest.

Schreibe einen Kommentar